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1145 Menschen, ein Monat zur Evakuierung: Niko­pol erhielt eine obligatorische Evakuierung entsprechend der Kriegsfrontlinie

Der Leiter der Regionalen Militärverwaltung Dnipropetrowsk, Oleksandr Hantschа, hat eine Anordnung zur obligatorischen Evakuierung von fast 100 Straßen in Nikopol, drei Dörfern und einer Straße in Marhanez unterzeichnet. Das Besondere an dieser Entscheidung ist eine eingebaute Entschädigung für jene, die in der Stadt bleiben, aber in einen sichereren Stadtteil umziehen.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

12. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit

1145 Menschen, ein Monat zur Evakuierung: Niko­pol erhielt eine obligatorische Evakuierung entsprechend der Kriegsfrontlinie
Нікополь (Фото: Дніпропетровська ОВА)

Der Leiter der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha, unterzeichnete am 12. Mai eine Anordnung zur obligatorischen Evakuierung aus einzelnen Gebieten des Distrikts Nikopol. Insgesamt müssen 1145 Menschen die Region verlassen — und dafür haben sie genau einen Monat Zeit.

Wer und woher

Die Geographie der Evakuierung umfasst mehrere Ebenen. Aus den Dörfern Novokijiwka und Illinka der Stadtgemeinde Marhanez sowie Vyschhetarasiwka der Landgemeinde Myriw müssen Familien mit Kindern obligatorisch ausreisen — 28 Familien, 34 Kinder. Separat müssen alle Bewohner einer Straße in Marhanez und fast 100 Straßen in Nikopol selbst evakuiert werden.

«Familien können sich in sichereren Ortschaften der Region Nikopol oder in anderen Distrikten der Region oder anderen Regionen ansiedeln. Alle organisatorischen Fragen und die Unterstützung werden von den lokalen Behörden sichergestellt»

Oleksandr Hanzha, Leiter der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk

Der Zeitpunkt und die Evakuierungsroute werden mit jeder Familie individuell abgestimmt. Ein Monat ist keine Empfehlung, sondern ein striktes Zeitlimit.

Eine Ausflucht für diejenigen, die nicht weit weg ziehen möchten

Die Anordnung enthält einen unkonventionellen Mechanismus: Familien mit Kindern, die von der Evakuierung betroffen sind, aber Nikopol nicht vollständig verlassen möchten, können einfach in sicherere Stadtteile umziehen. Für sie plant die Stadtverwaltung, die Mietkosten zu ersetzen — die Stadtratsmitglieder sollen diese Entscheidung in einer außerordentlichen Sitzung des Nikopoler Stadtrats beraten.

Dies bedeutet, dass die Evakuierung faktisch in zwei Spuren unterteilt ist: vollständige Ausreise aus der Stadt oder Umzug innerhalb der Stadt mit finanzieller Unterstützung. Der Kontrollmechanismus für die Durchführung der Anordnung und die Verantwortung für die Verweigerung der Evakuierung wurden offiziell nicht angekündigt.

Kontext: Eine Stadt ohne ganzen Stadtteil

Nikopol liegt gegenüber von Energodar über den Dnepr — und ist bereits seit mehreren Jahren ständigen Beschießungen ausgesetzt. Nach Angaben lokaler Journalisten der Publikation Evakuacija.City gibt es in der Stadt keinen Stadtteil ohne zerstörte Gebäude. Bewohner, die dort noch leben, sagen, dass sie sich an laute Geräusche so gewöhnt haben, dass sie kaum noch darauf reagieren. FPV-Drohnen sind zur Routine geworden — keine Ausnahme.

  • Die Evakuierung betrifft fast 100 Straßen Nikopols und 3 Dörfer des Distrikts
  • 28 Familien mit Kindern in Dörfern müssen obligatorisch ausreisen
  • Gesamtzahl der evakuierten Personen — 1145 Personen
  • Ausführungsfrist — 30 Tage
  • Mietkompensation für diejenigen, die innerhalb der Stadt umziehen, wurde noch nicht vom Stadtrat genehmigt

Wenn der Stadtrat die Mietkompensation genehmigt und einige Familien einen Umzug innerhalb der Stadt statt vollständiger Ausreise nutzen, wird dies ein Präzedenzfall für andere Frontlinien-Städte, wo obligatorische Evakuierung bisher auf massiven Widerstand gestoßen ist.

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