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Steytem nannte den Stopp einen "Raub", WBC erklärte ihn für berechtigt: Was der Streit um den Kampf Usyk–Verhoeven wirklich entschieden hat

Ein Hollywood-Schauspieler und der WBC-Präsident gaben gegensätzliche Bewertungen über einen Schiedsrichter und einen Stopp ab. Zwischen ihnen liegt eine Berufung von Verhoeven und Schiedsrichternotizen, in denen der Niederländer nach Punkten führte.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

26. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit

Steytem nannte den Stopp einen "Raub", WBC erklärte ihn für berechtigt: Was der Streit um den Kampf Usyk–Verhoeven wirklich entschieden hat

Der Kampf zwischen Alexander Usyk und Rico Verhoeven, der in der ägyptischen Giza in der Nacht zum 24. Mai stattfand, endete offiziell mit einem technischen K.o. in der 11. Runde. Doch die Diskussion über die Entscheidung des Schiedsrichters Mark Lassons verebbte auch nach dem Finalgong nicht — sie verlagerte sich einfach über den Boxring hinaus.

Was geschah in der 11. Runde

Bis zur vorletzten Runde verlief der Kampf nicht zu Usyks Gunsten: Nach den Punktevermerken registrierten zwei Schiedsrichter Unentschieden, einer verzeichnete einen Vorteil Verhoevens. Dann schickte Usyk den Niederländer zweimal in den Niederschlag. Verhoeven stand auf, doch nach einem Abschlussangriff beendete der Schiedsrichter den Kampf und bescheinigte Usyk den Sieg durch T.K.o. Für Usyk ist dies der 25. Sieg im Profiboxen, davon 16 durch K.o.

Verhoeven selbst erklärte, dass die Entscheidung ihn schockiert habe: «Ich verstand, dass ich diese Zeit einfach auf den Beinen stehen musste. Die Hände heben und die Schläge blockieren. Mir scheint, das tat ich auch». Das Protest-Team des Niederländers reichte noch in der Nacht des Kampfes einen offiziellen Einspruch ein.

Statham und der «Raub»

Der Hollywood-Schauspieler Jason Statham — ein langjähriger Freund und öffentlicher Unterstützer Verhoevens — reagierte auf Instagram emotional und knapp:

«Rico! Du hast es geschafft, Brudi! Absolut explosiver Auftritt! Dir wurde das Recht geraubt, die Sache zu beenden. Absurde Kampfunterbrechung vor der letzten Runde. Das ist Raub.»

— Jason Statham, Instagram

Der Schauspieler nannte Usyk separat einen der größten Kämpfer der Geschichte — das heißt, die Kritik richtete sich nicht gegen den Champion, sondern gegen den Schiedsrichter und das System der Ergebnisvergabe.

Was der WBC antwortete

WBC-Präsident Mauricio Sulaimán bewertete die Schiedsrichtertätigkeit öffentlich und unterstützte Lassons Entscheidung: Nach den Regeln der Organisation hat der Schiedsrichter das Recht, den Kampf zu beenden, wenn er der Ansicht ist, dass sich der Boxer nicht verteidigen kann — auch wenn dieser in seine Ecke geht oder bereits dort ist. Verhoevens Berufung stieß somit auf eine formale Auslegung des Regelwerks, nicht auf eine subjektive Bewertung des Moments.

Warum dies mehr als nur ein «verdorbenes Finale» ist

Diese Kontroverse ist nicht die erste und nicht die letzte über die Grenze zwischen Schutz des Boxers und Entzug seiner Chance. Verhoeven kam aus dem Kickboxen ins Schwergewicht, absolvierte 11 umstrittene Runden gegen den absoluten Champion und führte nach objektiven Punktevermerken die Wertung bis zum Moment der Unterbrechung an. Sollte der WBC die Berufung prüfen und den Schiedsrichter unterstützen — wird dies ein Präzedenzfall, der die Diskussion verfahrenstechnisch, aber nicht inhaltlich beendet.

Sollte die Berufung jedoch eine Verletzung in Lassons Handlung aufdecken — stellt sich die Frage, ob ein Rückkampf angeordnet wird und unter welchen Bedingungen Usyk sich auf einen Kampf gegen einen offiziell besiegten Gegner einlässt.

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