39.000 Hrywnja für einen Schlag auf 45 km: BlueBird Tech bringt „Bebradrone" in Serienproduktion
Eine flugzeugähnliche Drohne vom Kamikaze-Typ wurde zusammen mit SOW-Kämpfern entwickelt – und kostet nun weniger als viele FPV-Quadrocopter. Die Frage ist, ob der Preis dem Druck der Skalierung standhalten wird.
Von Tetiana Suchkova-Ladik
25. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Das Unternehmen BlueBird Tech führte die ersten öffentlichen Testflüge der Kamikaze-Drohne „Bebradron" durch – und kündigte sogleich den Beginn der Serienproduktion an. Preis: 39.000 Hrywnja ohne MwSt. für eine Plattform, die Ziele in einer Entfernung von bis zu 45 km treffen kann.
Eine Drohne, die das Militär selbst bestellt hat
Ein ungewöhnliches Detail der Entwicklung: Nach Aussage von BlueBird Tech-Direktor Boris Budejansky wurde der „Bebradron" nicht im Labor nach vagen technischen Anforderungen entwickelt, sondern auf direkten Wunsch von Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte. Kampftruppen beteiligten sich an der Entwicklung – und genau das bestimmte laut Ingenieuren die Hauptpriorität: nicht maximale Eigenschaften auf dem Papier, sondern Robustheit und Einfachheit unter Feldbedingungen.
„Wir schufen eine Plattform, die nicht einfach nur eine weitere Drohne sein sollte, sondern ein Werkzeug, das Aufgaben dort erfüllen kann, wo andere Lösungen möglicherweise nicht funktionieren".
Boris Budejansky, Direktor von BlueBird Tech
Die Drohne wird in zerlegt transportiert, die vollständige Vorbereitung zum Flug dauert bis zu 10 Minuten: Überprüfung des Gleichgewichts, Anbringung der Munition in der Nase, Test der Stabilisierungselemente. Der Start erfolgt von einer Druckluftkatapult, die von einem Autobatterie angetrieben wird und separat für 14.000 Hrywnja verkauft wird.
Was im Inneren steckt
- Typ: Flugzeug mit Starrflügel (kein Quadrocopter)
- Reisegeschwindigkeit: 95 km/h, Maximum – 150 km/h
- Reichweite: bis zu 45 km bei einer Last von 7,5 kg; bei Erhöhung des Sprengstoffs auf 9 kg sinkt die Reichweite
- Steuerung: ELRS-Funkkanal 433–915 MHz, Video auf Standard-FPV-Frequenzen (1,2 / 3,3 / 5,8 / 7 GHz)
- Ziele: wenig bewegliche Objekte, Konzentrationen von Infanterie im relativ tieferen Hinterland
Die Hauptstrategie besteht in der Kompatibilität mit bestehender FPV-Infrastruktur: Fernsteuerungen, Brillen, Bodenstationen, die bereits bei den Einheiten vorhanden sind, passen ohne Änderungen. Dies senkt die Einstiegshürde und spart Logistikkosten.
Wo der Preis ist, gibt es auch Fragen
Die Entwickler betonen: Der „Bebradron" wird bereits von einigen Einheiten an der Front eingesetzt, und jetzt wird die Plattform in Massenproduktion gehen. Zum Vergleich – Kampf-FPV-Quadricopter kosten zwischen 10.000 und 25.000 Hrywnja, aber ihre Reichweite überschreitet nicht mehrere Kilometer. Der „Bebradron" konkurriert in diesem Segment anders: nicht durch den Preis pro Einheit, sondern durch die Kosten pro Schlag pro Kilometer Distanz.
Wikipedia vermerkt, dass die Plattform konzeptionell durch eine Neuinterpretation der Ideen des russischen Produkts „Molnija" entwickelt wurde – was selbst ein aussagekräftiges Detail darüber ist, wie ukrainische Hersteller gegnerische Lösungen studieren und anpassen.
Wenn der „Bebradron" den Preis von 39.000 Hrywnja wirklich bei der Serienproduktion halten kann – könnte er zu einem Massenwerkzeug für Anschläge auf die zweite Verteidigungslinie werden. Die Frage ist nur, ob dieser Preis nach einem großen Staatsauftrag erhalten bleibt: Gerade Staatsaufträge in der Ukraine erschweren und vereinfachen traditionell nicht die Kostenreduzierung.