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Krieg

Hochzeit in 20 Tagen, Kleid in Asche des Einkaufszentrums "Quadrat". Was unbekannte Ukrainerinnen taten

Darja Slesarenko verlor ihr Hochzeitskleid in einem Brand nach einem russischen Angriff auf den Schewtschenko-Bezirk in Kiew – und erhielt Dutzende von Angeboten von Frauen, die bereit waren, ihre eigenen Kleider zu geben. Ein persönlicher Verlust wurde zum Sammelpunkt für das kollektive Gedächtnis über die Hinterlassenschaften des Krieges.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

25. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit

Hochzeit in 20 Tagen, Kleid in Asche des Einkaufszentrums "Quadrat". Was unbekannte Ukrainerinnen taten

In der Nacht zum 24. Mai führte Russland einen massiven Anschlag auf Kiew durch und setzte ballistische und Marineflugkörper, luftgestützte „Kinschal"-Systeme und Drohnen ein. Eine der Zerstörungszonen war das Einkaufszentrum „Kvadrat" im Schewtschenko-Bezirk: Das Gebäude erlitt kritische Schäden, die Fassade brannte ab, innere Strukturen wurden zerstört. Mindestens eine Person starb, über zwanzig wurden verletzt.

Unter denjenigen, die am Morgen von dem Ausmaß der Zerstörung erfuhren, war die Kiewerin Darija Slesarenko. Ihr Hochzeitskleid befand sich in einer Schneiderei im Einkaufszentrum – zur Anpassung. Die Hochzeit fand in 20 Tagen statt.

„Ich habe gerade erfahren, dass mein Hochzeitskleid, das ich zur Anpassung abgegeben habe, im Einkaufszentrum Kvadrat verbrannt ist. Die Hochzeit findet in 20 Tagen statt…"

— Darija Slesarenko, Threads

Nicht nur ein Kleid

Der Beitrag wurde viral – und verwandelte sich schnell nicht nur in eine Bitte um Hilfe, sondern in einen Ort, an dem Menschen ihre eigenen Verluste teilten. Eine Frau schrieb, dass sie während der großangelegten Invasion Schuhe in einer Werkstatt in Mariupol hinterlassen hatte – und nie zurückkehrte, um sie zu holen. Das Haus wurde später von Besatzern zerstört. Dutzende ukrainische Frauen boten Darija ihre eigenen Hochzeitskleider an – ein Kleidungsstück, das man normalerweise nicht einmal nahestehenden Personen ausleiht.

In den Kommentaren erschienen auch Worte der Unterstützung anderer Art: „Betrachte dies als Segen für ein langes glückliches Leben", „Es nahm das Kleid, nicht deine Gesundheit – möge es so sein". Das ist kein Optimismus – das ist eine Art zu leben in einem Land, in dem man kalkuliert, was man diesmal verloren hat.

Eine unerwartete Reaktion

Später dankte Darija allen, die nach ihrem Beitrag geschrieben hatten. Nach ihren Aussagen erhielt sie eine riesige Menge von Nachrichten und Unterstützung von fremden Menschen. Ein Hochzeitskleid ist für jede Frau ein persönlicher Schatz, und deshalb wiegt die Geste von Unbekannten mehr, als nur ein praktisches Problem zu lösen.

  • Der Anschlag vom 24. Mai betraf über 40 Standorte in Kiew
  • Wohngebäude, Schulen, der Lukjaniwski-Markt und die U-Bahn-Station „Lukjaniwska" wurden beschädigt
  • Das Einkaufszentrum „Kvadrat" erlitt kritische Zerstörungen – das Gebäude ist bis heute nicht wiederhergestellt

Wenn dutzende fremde Frauen bereit sind, das Persönlichste in ihrem Kleiderschrank abzugeben – bedeutet das, dass die ukrainische Gesellschaft ihr eigenes, nicht-institutionelles Unterstützungssystem entwickelt hat, das auch funktioniert, wenn der Staat lediglich Schäden verzeichnet?

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