Polizisten erhalten ab 2027 garantiertes Mindestgehalt – doch das Finanzministerium unterstützte das Gesetz nicht
Das Oberste Repräsentantenhaus hat das Gehalt von Polizeibeamten an das Existenzminimum gekoppelt — genau wie dies bereits bei der NABU, dem BEB und dem DBR der Fall ist. Die Frage liegt nicht in der Summe, sondern darin, woher der Staat während des Krieges die Mittel nehmen wird.
Von Tetiana Suchkova-Ladik
10. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Das Oberste Repräsentantenhaus verabschiedete am 10. Juni das Gesetz Nr. 6506-1 zur Modernisierung der Geldversorgung von Polizisten – 269 Stimmen dafür. Das Dokument, das bereits vor der großangelegten Invasion registriert wurde, lag drei Jahre lang im Parlament. In dieser Zeit lag das durchschnittliche Gehalt eines Polizisten bei 34.000–36.000 Hrywnja – und nur dank vorübergehender staatlicher Zuschläge von 10.000 Hrywnja, nicht durch eine strukturelle Reform.
Was ändert das Gesetz
Das Grundgehalt eines Polizisten kann nun nicht unter 10 Existenzminima für erwerbstätige Personen liegen, die zum 1. Januar des jeweiligen Jahres festgelegt werden. Im Jahr 2026 beträgt das Existenzminimum 3.328 Hrywnja – das heißt, das Mindestgehalt beginnt ab 33.280 Hrywnja. Diese Norm tritt 2027 in Kraft.
Neben dem Grundgehalt regelt das Gesetz die Struktur der Zahlungen: Zuschlag für Sonderrang, Zulagen für Dienstjahre – bis zu 50% des Gehalts, Bonus – maximal 30%. Zuvor wurde dies nicht durch Gesetz, sondern durch Kabinettsresolutionen geregelt, die jederzeit geändert werden konnten.
„Im Gesetz der Ukraine über die Nationale Polizei gibt es keinen Artikel, der die Mitarbeiter der Nationalpolizei hinsichtlich des Lohns schützt. Diese Frage wurde nur durch Resolutionen geregelt"
— Abgeordneter Vjatscheslaw Medjanik, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Strafverfolgung
Warum das wichtig ist – und warum drei Jahre Wartezeit
Das Problem ist nicht neu: Das Gesetz „Über die Nationale Polizei" enthielt bisher keine finanziellen Mindestgarantien – im Gegensatz zu NABU, BEB und DBR, wo solche Normen gesetzlich verankert sind. Dies wurde direkt als Grund für den Personalabfluss aus der Polizei genannt. Der Gesetzentwurf wurde mehrfach auf die Tagesordnung gesetzt, aber verschoben – unter anderem aufgrund von Einwänden des Finanzministeriums, das das Dokument nicht unterstützte.
Nach Angaben von Innenminister Ihor Klimenko wurden die Gehälter selbst 2025 nicht indexiert – der tatsächliche Betrag von 34.000–36.000 Hrywnja existierte nur dank einmaliger staatlicher Zuschläge, nicht aufgrund einer gesetzlich verankerten Untergrenze.
Wen die neue Norm nicht betrifft
Das Gesetz sieht eine Ausnahme vor: Kadetten und Studenten von Hochschuleinrichtungen, die Polizisten ausbilden, unterliegen nicht der Mindestgehaltregelung. Das heißt, zukünftige Polizisten bleiben während ihres Studiums außerhalb der garantierten Summe.
Arithmetik und offene Frage
Ab 2027 wird sich das Existenzminimum fast sicher ändern – und damit automatisch auch das Mindestgehalt. Dies macht die Norm flexibler als eine feste Summe, stellt aber die Haushaltsbelastung in direkte Abhängigkeit davon, wie der Staat das Existenzminimum während des Krieges indexiert.
Falls das Finanzministerium eine echte Erhöhung des Existenzminimums in den Haushalt 2027 einplant, erhalten Polizisten zum ersten Mal keine vorübergehende Zulage, sondern eine gesetzlich geschützte Grundlage. Falls nicht – wird die Norm nur auf dem Papier existieren, und ein Mechanismus zur Durchsetzung ist im Gesetz nicht vorgesehen.