Arbeloa verließ ohne Trophäen: Wie Real den Saisonverlauf auf die Suche nach einem Trainer verschwendete, den es bereits kannte
Álvaro Arbeloa übernahm im Januar die Leitung von Real Madrid als „eigenes Kind" — ein Akademieprodukt des Clubs, loyal und ohne externe Ambitionen. Doch die Treue konnte kein taktisches System ersetzen: Die Saison endete erstmals seit 16 Jahren ohne einen einzigen Pokal.
Von Tetiana Suchkova-Ladik
10. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Als „Real Madrid" im Januar 2026 Xabi Alonso entließ – nach der Niederlage gegen Barcelona und einer Serie von Misserfolgen – wirkte die Wahl des Nachfolgers logisch und sogar beruhigend. Álvaro Arbeloa: eigenes Kind des Clubs, treu ergeben, trainiert seit 2020 die Akademie, leitet „Castilla" seit Juni 2025. Genau die Person, die nicht verraten würde. Das Problem war nur: Der Club brauchte nicht einen Loyalen – sondern einen Effektiven.
Ein Erbe ohne Werkzeuge
Arbeloa übernahm Real in einem Zustand, den er selbst offen beschrieb: „Die Ergebnisse entsprechen nicht dem, was Real Madrid zeigen sollte. Talent allein reicht nicht aus, um den Ball einfach zu rollen und individuell zu spielen. Wir brauchen einen Plan, eine Struktur, eine Weise, den Gegner unter Druck zu setzen." Dieses Zitat aus der Pressekonferenz im April vor dem Spiel gegen Bayern München war im Grunde die Diagnose für sein gesamtes Traineramt.
Unter seiner Leitung schied die Mannschaft aus dem spanischen Pokal gegen Albacete aus – einem Club der Zweiten Liga. In der Champions League verlor Real gegen Bayern im Viertelfinale. In La Liga betrug der Rückstand auf Barcelona neun Punkte bei sieben verbleibenden Spieltagen. Nach Angaben von ESPN endete die Saison ohne einen einzigen Titel – zum ersten Mal seit 2010.
Mbappé als Systemproblem
Bemerkenswert ist, dass dieselbe strukturelle Schwäche drei Trainer nacheinander verfolgte. Wie ESPN vermerkt, gelang es weder Ancelotti noch Alonso noch jetzt Arbeloa, ein funktionierendes Teamsystem aufzubauen, in dem gleichzeitig Mbappé, Vinícius und Bellingham arbeiten – besonders gegen Elite-Gegner. Mbappé erzielte in dieser Saison 24 Tore in La Liga, aber seine Anwesenheit habe nach Bewertung von ESPN sowohl die Zusammensetzung als auch die Umkleidekabine aus dem Gleichgewicht gebracht.
„Real Madrid" ist Álvaro Arbeloa zutiefst dankbar, der während seines gesamten Aufenthalts im Club immer Loyalität, Hingabe und Professionalität demonstriert hat.
Offizielle Erklärung von „Real Madrid"
Die Formulierung ist aussagekräftig: Der Club dankt für Loyalität – nicht für Ergebnisse. Arbeloa bestätigte seinen Abgang noch vor Saisonende, das letzte Spiel war ein offizieller Abschied.
Was kommt als Nächstes
Nach Angaben von Sports Illustrated werden mindestens neun Namen als Ersatz erwogen. Arbeloa seinerseits sucht bereits nach einem neuen Job – und nach Berichten von Yahoo Sports hat er bereits eine Gelegenheit verpasst: Benfica wählte Mourinho.
- Champions-League-Ausscheidung: Viertelfinale, Niederlage gegen Bayern
- La Liga: Rückstand auf Barcelona – 9 Punkte bei 7 verbleibenden Spieltagen
- Spanischer Pokal: Ausscheidung gegen Albacete (Segunda)
- Gesamtbilanz: erste Saison ohne Titel für Real seit 2010
Die Frage, die Real die ganze Saison über aufgeschoben hat, ist jetzt unvermeidbar: Wenn drei verschiedene Trainer das gleiche Strukturproblem mit Mbappé nicht lösen konnten – bedeutet das, dass der nächste Trainer in dieselbe Falle tappen wird, oder wird der Club endlich nicht die Person auf der Bank wechseln, sondern die Logik des Teamaufbaus ändern?