Fire Point und 760 Millionen Dollar aus den VAE: AMKÜ lehnte Antrag ab, Verhandlungen sind ins Stocken geraten — doch Shtilerman sagt, dass die Sache nicht abgeschlossen ist
Der Chefkonstrukteur und Mehrheitseigentümer des Herstellers der Rakete „Flamingo" bestätigte in einer Sitzung des Sonderausschusses der Werchowna Rada das Interesse am Verkauf von 30 Prozent des Unternehmens an den Rüstungsholding EDGE Group aus den VAE. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass der Antrag beim Antimonopolamt bereits im Januar ohne Prüfung zurückgewiesen wurde und kein erneuter Antrag eingereicht wurde.
Von Tetiana Suchkova-Ladik
25. Mai 2026 · 3 Min. Lesezeit
Der Chefkonstrukteur und Hauptaktionär von Fire Point, Denis Shtilerman, dem nach seiner Erklärung 97,5% des Unternehmens gehören, erschien zu einer Sitzung der Temporären Ermittlungskommission der Werchowna Rada (TEK) und bestätigte das, was seit Dezember vermutet wurde: Das Geschäft mit arabischen Investoren ist real. Aber sein Status ist wesentlich unklar als „zur Überprüfung bei der AMKU".
Was Shtilerman bestätigte — und was ohne Antwort bleibt
Auf die direkte Frage der TEK-Mitglieder, wie die Verhandlungen mit den VAE endeten, antwortete Shtilerman: „Mit nichts, diese Frage wird derzeit bei der AMKU überprüft". Diese Antwort widerspricht jedoch der offiziellen Position des Komitees selbst.
„Ein wiederholter Antrag auf Genehmigung einer Konzentration unter Beteiligung der genannten Wirtschaftssubjekte im laufenden Jahr wurde dem Komitee nicht eingereicht"
— Antwort der AMKU auf eine Anfrage von The Defender Media
Nach Angaben der AMKU erhielt der Antrag der EDGE Group — des Rüstungsholdingfonds des Staatsfonds der VAE — am 30. Dezember 2025, wurde aber bereits am 14. Januar 2026 ohne Überprüfung zurückgewiesen, da die Dokumente nicht den Verfahrensanforderungen entsprachen. Bis Mai wurde kein erneuter Antrag eingereicht.
Stattdessen erklärte die CEO von Fire Point, Irina Terekh, bereits im März in einem Interview, dass das Unternehmen „die erforderlichen Dokumente hinzugefügt und sich ein zweites Mal eingereicht hat". Die AMKU bestreitet dies.
Was kostet das Geschäft und was steht auf dem Spiel
Es geht um den Verkauf von 30% von Fire Point für ungefähr 760 Millionen Dollar — das würde das gesamte Unternehmen auf 2,5 Milliarden Dollar bewerten. Zum Vergleich: Bei der TEK erwähnte Shtilerman auch eine höhere Ziffer — die Ablehnung einer Option in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar, die einzelne Abgeordnete als fantastisch bezeichneten.
EDGE Group ist nicht nur ein privater Käufer. Dies ist ein Waffen- und Drohnenhersteller, der in der Struktur des Staatsfonds der VAE tätig ist. Das heißt, wenn das Geschäft zustande käme, würde es bedeuten, dass sich ein Fremdland teilweise an einem wichtigen ukrainischen Rüstungsunternehmen beteiligt — dem Unternehmen, das die Marineflugkörper „Flamingo" mit einer Reichweite von bis zu 3000 km und einer Sprengladung von 150 kg herstellt und derzeit drei Raketen pro Tag produziert.
Kontext: Warum die TEK sich mit Fire Point befasst
Die TEK, die von dem Abgeordneten Alexei Goncharenko (Fraktion „Europäische Solidarität") geleitet wird, untersucht mögliche Verstöße im Rüstungsbereich — insbesondere behauptete Verbindungen des Unternehmens zum unter Sanktionen stehenden Geschäftsmann Timur Mindiech. Das NABU berichtete 2025, dass es eine Untersuchung gegen Mindiech als wahrscheinlicher wirtschaftlicher Eigentümer von Fire Point gab. Shtilerman wies die Anschuldigungen auf der TEK zurück und erklärte, dass es keine Strafverfahren gegen das Unternehmen oder seine Führung gebe.
Shtilerman berichtete auch separat, dass er sich der russischen Staatsbürgerschaft entledigt habe — ein Thema, das im Zusammenhang mit der Untersuchung aufgeworfen wurde.
- Antrag der EDGE Group eingereicht bei der AMKU: 30. Dezember 2025
- Ohne Überprüfung zurückgewiesen: 14. Januar 2026
- Wiederholter Antrag (nach Aussage der CEO Terekh): eingereicht. Aber die AMKU bestätigt dies nicht
- Shtilerman auf der TEK: Die Frage „wird bei der AMKU überprüft"
Das Problem geht tiefer als das Verfahren
Formal handelte die AMKU im Rahmen der Verordnung — sie gab die Dokumente wegen technischer Nichtübereinstimmung zurück. Aber das eigentliche Problem liegt woanders: Die Ukraine hat immer noch kein gesetzlich verankertes System zur Überprüfung ausländischer Investitionen im Rüstungssektor. Daher bleibt die Frage offen, ob ein Teil eines Herstellers von strategischen Raketen überhaupt einem ausländischen Staatsfonds gehören sollte — und derzeit hat kein Regulierungsbehörde ein klares Mandat, diese Frage zu beantworten.
Wenn die Werchowna Rada bis Ende 2026 kein Rahmengesetz über ausländische Investitionen in der Rüstungsindustrie verabschiedet, wird der nächste Antrag — von jedem Käufer — denselben Weg gehen: eine technische Rückweisung statt einer inhaltlichen Entscheidung.