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Xi Jinping versprach Offenheit – doch Zölle bleiben bestehen

Der chinesische Staatschef traf sich mit Musk, Cook und Huang auf dem Gipfel in Peking. Die Rhetorik ist einladend, aber es gibt keine konkreten Zugeständnisse.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

14. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit

Xi Jinping versprach Offenheit – doch Zölle bleiben bestehen

Am 14. Mai sprach Xi Jinping in der Großen Halle des Volkes in Peking mit mehr als zehn amerikanischen Top-Managern, die Präsident Donald Trump zu seinem ersten Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt mitgebracht hatte. Unter den Anwesenden befanden sich Elon Musk (Tesla, SpaceX), Tim Cook (Apple) und Jensen Huang (Nvidia). Für jeden von ihnen ist China keine Abstraktion: Sie sind Absatzmärkte, Lieferketten und im Fall von Nvidia verbotene Chipverkäufe.

Was Xi sagte – und was er nicht sagte

Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders CCTV sagte Xi, dass amerikanische Unternehmen "tief in Chinas Reformen und Öffnungspolitik verwickelt" sind und dass "Chinas Türen zur Außenwelt sich nur weiter öffnen werden". Trumps Seite präsentierte die Delegation von Geschäftsleuten Xi als Menschen, die gekommen waren, um "Respekt zu erweisen" und Geschäfte aufzubauen.

„Gestern erreichten unsere Wirtschafts- und Handelsteams insgesamt ausgewogene und positive Ergebnisse. Handelskriege haben keine Gewinner"

Xi Jinping, nach Angaben von Xinhua

Es wurde jedoch keine konkrete Marktöffnung bekannt gegeben. Das Weiße Haus vermerkte lediglich, dass die Seiten „Wege zur Ausweitung des Zugangs für amerikanische Unternehmen" erörtert haben – eine Formulierung, die Raum für jedes mögliche Ergebnis lässt.

Warum die CEO fuhren – und was auf dem Spiel steht

Der Kontext des Treffens ist wichtiger als die Rhetorik. Im April 2025 erhöhte Peking die Zölle auf amerikanische Waren auf 125% – als Reaktion auf amerikanische 145%. Boeing kann Flugzeuge nicht an chinesische Fluggesellschaften liefern. Apple hat sich 600 Milliarden Dollar an Investitionsverpflichtungen in den USA aufgelastet, um Zollbefreiungen für seine Produkte zu erhalten. Nvidia sucht nach Wegen, fortschrittliche Chips auf einem Markt zu verkaufen, wo dies gesetzlich blockiert ist.

  • Tesla (Musk): China ist ein Schlüsselmarkt für Produktion und Verkäufe; jede Entspannung verringert den regulatorischen Druck auf die Fabrik in Shanghai.
  • Apple (Cook): Die Lieferkette ist kritisch abhängig von chinesischen Subunternehmern, trotz erklärter Diversifizierung.
  • Nvidia (Huang): Amerikanische Exportbeschränkungen für H20-Chips nach China sind bereits in Kraft – jedes Gespräch auf höchster Ebene beeinflusst möglicherweise das Lizenzregime.

Nach dem Treffen informierten Huang und Musk Journalisten kurz darüber, dass die Verhandlungen gut gelaufen sind. Musk sagte, dass „viele gute Dinge" erreicht wurden – ohne zu spezifizieren, welche.

Offenheit ohne Mechanismus

Analysten beschreiben den Pekinger Gipfel nicht als Abschluss von Verhandlungen, sondern als Beginn strukturierter Verhandlungen. Ein Zollwaffenstillstand wurde vereinbart, regelmäßige Dialogkanäle wiederhergestellt – aber die Zölle sind nicht verschwunden, und der Marktzugang bleibt Gegenstand künftiger Runden. Xi ist eingeladen, seinen Besuch in den USA zu erwidern; nächste Kontaktpunkte sind APEC und G20.

Wenn Peking bis zu den Herbstgipfeln keine konkreten Zugeständnisse im Sektor bekannt gibt – Zollsenkungen bei der Luftfahrt, Lockerung von Beschränkungen für Fintech oder Halbleiter – wird die Rhetorik über „geöffnete Türen" ein Druckinstrument auf Washington bleiben, keine echte Veränderung der Geschäftsbedingungen.

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