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Stellvertreter des Bürgermeisters von Svitlovodysk schießt auf Kollegen – und behauptet selbst, dass man ihn töten wollte

Sergij Sawytsch eröffnete das Feuer in einem Gebäude des Exekutivkomitees, in dem sich Mitarbeiter und Besucher befanden. Zwei Verletzte, die Polizei führt eine Festnahme durch — doch die öffentliche Darstellung der Ereignisse durch Sawytsch selbst weicht grundlegend von der offiziellen Version ab.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

12. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit

Stellvertreter des Bürgermeisters von Svitlovodysk schießt auf Kollegen – und behauptet selbst, dass man ihn töten wollte
Місце події (Фото: Світловодська міська рада)

Am 12. Mai erklangen in dem Gebäude des Stadtrats von Svitlovodosk in der Region Kirowohrad Schüsse. Nach Angaben der Pressestelle des Stadtrats eröffnete der erste stellvertretende Bürgermeister Sergij Savych das Feuer mit einer Schreckschusswaffe — in dem Moment, als sich Mitarbeiter und gewöhnliche Besucher in den Räumlichkeiten des Exekutivkomitees aufhielten.

Zwei Personen wurden verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei begann noch am selben Tag mit Festnahmen und Ermittlungsmaßnahmen.

Tag der Eskalation — vor den Schüssen

Der Vorfall entstand nicht plötzlich. Nach der offiziellen Mitteilung des Stadtrats verhielt sich Savych bereits am Morgen aggressiv: Er drohte und verwendete obscöne Sprache gegenüber dem Ratssekretär Maksym Bakumenko. Den Konflikt übertrug der Beamte teilweise selbst in Live-Streams in sozialen Netzwerken — und genau diese Aufzeichnungen wurden in den ersten Stunden nach dem Vorfall zu den Hauptbeweisen.

«Der erste stellvertretende Bürgermeister Sergij Savych handelte unter Anwendung einer Waffe und eröffnete das Feuer im Gebäude des Exekutivkomitees, wo sich zu diesem Zeitpunkt Mitarbeiter und Bürger aufhielten.»

— offizielle Erklärung des Stadrats von Svitlovodosk

Savychs Version: Notwehr

Parallel dazu veröffentlichte Savych selbst ein Video des Konflikts im Netz und behauptete, dass man ihn töten wollte. Seinen Aussagen zufolge schoss er zunächst in die Luft, um die Männer zu «erschrecken», und eröffnete dann das Feuer in ihre Richtung — weil nach seiner Aussage mehrere Personen eine Bedrohung für sein Leben darstellten.

Somit existierten von Anfang an zwei unvereinbare Versionen in dem Fall: Der Stadtrat qualifiziert Savychs Handlungen als Aggression eines Beamten an einem öffentlichen Ort; Savych selbst — als notwendige Notwehr. Welche der Versionen sich bestätigt, wird die Ermittlung entscheiden, nicht die Facebook-Live-Streams.

Warum das mehr als ein lokaler Skandal ist

Svitlovodosk ist nicht der erste und wohl kaum der letzte Fall, in dem eine Dienstwaffe oder eine erlaubte Schreckschusswaffe in den Mittelpunkt eines Konflikts zwischen lokalen Beamten gerät. Das Rechtssystem in Kriegszeiten hat den Zugang zu Waffen für bestimmte Personengruppen erweitert, und die Frage der Kontrolle über deren Mitführung in Zivileinrichtungen bleibt offen.

Nach der Evakuierung der Ratsmitarbeiter wurde die Polizei und der Rettungsdienst gerufen. Eine Sprecherin der Nationalpolizei der Region Kirowohrad bestätigte: «es kam zu einem Konflikt zwischen Mitarbeitern, während dessen einer von ihnen mehrere Schüsse abgab» — ohne die Beweggründe zu nennen.

Falls die Ermittlung feststellt, dass Savych nicht im Rahmen der Notwehr handelte, könnte er unter Verdacht der Körperverletzung mit Waffeneinsatz oder der vorsätzlichen Verursachung von Körperverletzungen gestellt werden — selbst wenn die Schüsse aus einer Schreckschusswaffe abgegeben wurden.

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