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Ausrüstung aus besetztem Cherson im Wert von 70 Millionen: Kiew plant Eishalle für vertriebene Sportler

Das Ministerium für Jugend und Sport erwägt den Bau einer Eishalle auf dem Gelände des Piddubnyi-Kollegs – mit Ausrüstung, die vor der Besetzung aus Cherson evakuiert wurde. Das Projekt wurde bereits entwickelt, die Finanzierung wird über eine Wohltätigkeitsplattform gesucht.

Tetiana Suchkova-Ladik

Von Tetiana Suchkova-Ladik

10. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit

Ausrüstung aus besetztem Cherson im Wert von 70 Millionen: Kiew plant Eishalle für vertriebene Sportler
Фото: пресслужба Мінмолодьспорту

Auf der Grundlage des Olympischen Fachcolleges Iwan Piddubnyi in Kiew könnte eine Eishalle entstehen – und nicht bei null anfangen. Das Schlüsselanlage des Projekts existiert bereits: Kühlgeräte, die aus dem Eislaufpalast „Favorit-Arena" in Cherson vor der Besetzung der Stadt abtransportiert wurden. Der Staat gab seinerzeit 70 Millionen Hrywnja dafür aus.

Die Ausrüstung ist da – die Mauern fehlen

Nach Angaben der Pressestelle des Ministeriums für Jugend und Sport befindet sich die Technik in betriebsbereitem Zustand. Das Problem ist infrastruktureller Natur: Damit die Ausrüstung funktioniert, wird eine Rahmenhalle benötigt. Die Projektdokumentation wurde bereits erarbeitet und durchläuft derzeit eine Expertise, deren Abschluss bis 1. August 2025 geplant ist.

„Der nächste Schritt sollte der Bau einer Rahmenhalle sein. Das entsprechende Projekt wurde bereits erarbeitet, durchläuft derzeit eine Expertise, deren Abschluss bis 1. August dieses Jahres geplant ist".

— Pressestelle des Ministeriums für Jugend und Sport

Zur Finanzierung des Baus erarbeitet das Ministerium einen Mechanismus zur Mittelbeschaffung über die Wohltätigkeitsplattform Sports Recovery Foundation. Der Staatshaushalt ist bislang nicht beteiligt.

Warum das College Piddubnyi eine Eishalle braucht

Das College Piddubnyi ist einer der Hauptlieferanten der sportlichen Reserve für die ukrainischen Nationalmannschaften: Hier werden Athleten in über 14 Sportarten ausgebildet. Bislang waren Wintersportdisziplinen jedoch nicht sein Profil. Der Start der Halle soll es dem Ministerium zufolge ermöglichen, zwei neue Abteilungen für Wintersportarten zu eröffnen. Dies ist auch im Kontext des Krieges wichtig: Ein Teil der Sportler aus dem Chersoner und anderen Eislaufclubs im Süden der Ukraine hat faktisch die Trainingsgrundlage verloren.

Die Chersoner Eishalle – wie es war

Die „Favorit-Arena" in Cherson eröffnete im Dezember 2008 im Rahmen des staatlichen Programms „Eishockey der Ukraine". Dort entwickelten sich Eishockey und Eiskunstlauf – 2011–2012 gewann die dortige Hockeyschule „Dnipro" zum ersten Mal seit 10 Jahren die ukrainische Meisterschaft. Nach der vollständigen Invasion und der Besetzung der Stadt funktionierte die Halle faktisch nicht mehr als ukrainische Sportinstitution. Die Ausrüstung konnte noch abtransportiert werden.

Jetzt ist diese Ausrüstung sowohl das einzige echte Vermögenswert des Projekts als auch seine Hauptverwundbarkeit: Der Bau der Halle hängt von privater Finanzierung ab, deren Zeitrahmen niemand öffentlich garantiert hat.

Wenn die Expertise rechtzeitig abgeschlossen wird und die Mittel über die Sports Recovery Foundation bis Ende 2025 akquiriert werden können – erhält Kiew eine neue Eishalle ohne Kosten für den Staatshaushalt für die Ausrüstung. Falls nicht, wird die 70-Millionen-Technik weiter auf dem Lager warten: Präzedenzfälle mit „geretteter" Staatsausstattung in der Ukraine sind bekannt.

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